Gruppe 1: Lisa Müller, Martin von Siebenthal, Gian Gadient



Soundscape Ethnography

Kontext: 3 verschiedene WGs
01) Zürich

1. Was würdest du hören, wenn du einen ganzen Tag in deinem WG-Zimmer wärst?
Beginnen wir um 8:00. Um diese Zeit läutet meistens mein Wecker. Dem eigentlichen Wecker-Läuten geht ein kurzes Klacken voraus, was das unangenehme Läuten vorankündigt. Angenommen ich bleibe im Bett liegen und beobachte die Geräuschkulisse. Von draussen her ist die Stadtkulisse hörbar, Autos, Flugzeuge, Leute die sprechen, Tram, Bus, Zug, etc aber alles sehr dezent und nicht störend. Zum Teil vielleicht eine Sirene, die herausschält oder auch Geräusche im Innenhof sind sehr gut hörbar. Zum Beispiel Kinder, die miteinander spielen. Irgendwann würde der Wecker meiner Mitbewohnerin schallen, je nach Früh- oder Spätdienst. Dann der Gang in die Küche, die Fusstritte auf dem Parket, die Türe die aufgeht und kurz danach das Wasser des Wasserkochers, das zu brodeln beginnt. Irgendwann dann geht die Dusche an. Nach dem das Rauschen verstummt ist hört man das Ziehen des Duschvorhangs. Nach einer Weile kündigen Fusstritte das Verlassen der Wohnung an. Der Schlüssel klimpert an der Türe und zack sie schnallt zu. All diese Geräusche sind ein wenig durch Wände und Türe gedämpft, aber trotzdem sehr gut hörbar. Danach wird es ruhig. Zwischen durch ein knarren da, Fusstritte dort, undefiniert ob von oben, unten oder nebenan. Gegen Abend, wenn die Leute nach Hause kommen sind vermehrt Fusstritte im Treppenhaus hörbar. Vor allem Absatzschuhe erzeugen gut hörbare Tritte. Die Türe geht auf und meine Mitbewohnerin kommt herein. Anders als am Morgen folgt dann kein bestimmtes Muster von Tönen. Am späteren Abend sind vor allem wieder die Absatzschuhe von Nachbarinnen zu hören, welche sich eilig auf den Weg nach draussen zu machen scheinen. Von draussen können die Stimmen von Jugendlichen ein wenig lauter werden. Manchmal ist Musik zu hören, zum Teil zusammen mit Gelächter und Geschwätz. Nach 12 Uhr wird es meistens leiser. Nur noch vereinzelte Fusstritte oder Gegenstände, die auf den Boden gelegt oder herumgeschoben werden. Dann kommt die Nach und man hört die Stadtkulisse, wie sie vor sich hinschnurrt. Und danach schnurre ich.

2. Welche dieser Geräusche magst du, welche nicht?
Ich mag das Geräusch der Stadtkulisse. Was ich extrem nervig finde, ist das Klacken vor dem Wecker-Läuten. Die Fusstritte von Nachbarn(innen) können auch zum störend sein.

3. Welche erinnern dich an deine WG?
Das Knarren und Klacken des Fussbodens.

4. Nenne pro Raum ein spezifisches Geräusch.
Mein Zimmer: Computer-Lüfter
Badezimmer: Duschvorhang
Gang: Klimpern des Schlüssels an der Haustüre
Wohnzimmer: Balkontüre
Küche: Kochendes Wasser

5. Lieblingsgeräusch? (ganze WG)
Das Brodeln der Kaffeemaschine

6. Nenne ein Geräusch, welches du mit deinen Mitbewohnern verbindest.
Teekocher

7. Gibt es wiederkehrende (alternierende) Geräusche?
Nein

02) Winterthur

Antje: 23 Jahre alt, ursprünglich aus St. Margarethen, Thurgau. Studiert Biologie an der ETH. In der WG seit 2 Jahren.
WG-Zimmer Richtung Wülflingerstrasse
Philipp: 25 Jahre alt, aus Hombrechtikon, ZH. Studiert Journalismus an der ZHAW. In der WG seit 1.5 Jahren.
WG-Zimmer Richtung Hof

1. Was würdest du hören, wenn du einen ganzen Tag in deinem WG-Zimmer wärst?
A: Verkehr: Je nach Uhrzeit ist der Verkehr auf der Wülflingerstr anders. In der Nacht hört man nur vereinzelt Autos, von 5 - 7 nimmt der Lärm ständig zu und von da an hört man ein permanentes Rauschen bis um ca. 10 Uhr.
P: Meist werde ich von Lisas Wecker ( im Nebenzimmer ) geweckt & döse dann wieder ein. Als nächstes höre ich das knacken der Türe, die Dusche, dann unseren pfeifenden Wasserkocher. Dann stehe ich meist auch auf. Den Rest vom Tag höre ich die Wülflingerstrasse, im Sommer das Pfeifen der Vögel, Musik. Abends wenn meine Mitbewohner kochen höre ich das klappern der Pfannen, Geschirr, etc.

2. Welche dieser Geräusche magst du, welche nicht?
A: - Die WG im oberen Stock hat ihr Wohnzimmer über meinem Zimmer, deshalb höre ich in der Nacht im Bett meist noch den Fernseher, Bass, Getrampel & Stimmen.
+ An den Lärm der Strasse hab ich mich gewöhnt. Ich empfinde das permanente Rauschen als beruhigend. Teilweise stelle ich mir vor, ich sei am Meer und das seien Wellen.

P: - Alle unsere Türen sind verzogen & es ist unmöglich, eine Türe zu öffnen, ohne Lärm zu machen. Ich werde jeden Morgen geweckt, wenn Lisa ihre Türe öffnet. Die Wülflingerstr. stört auch.
+ Den Wasserkocher finde ich witzig. Und ich finde es erstaunlich, dass man Vogelstimmen hört, obwohl wir mitten in der Stadt wohnen.

3. Welche erinnern dich an deine WG?
A: Keine speziell. Am ehesten die Strasse.
P: Knackende Türen

4. Nenne pro Raum ein spezifisches Geräusch.
A: Mein Zimmer Strasse
Lisa Kompigetöggel
Philipp Gitarre
Küche Pfannen
Bad Dusche
Stube Der Lüfter des Beamers

P: Mein Zimmer Musik
Lisa (hässliche) Musik
Antje Gequassel
Küche singender Wasserkocher
Bad Dusche
Stube ein zischendes Bier

5. Lieblingsgeräusch? (ganze WG)
A: Beamer
P: Kochgeräusche

6. Nenne ein Geräusch, welches du mit deinen Mitbewohnern verbindest.
A: Phil Gitarrengeschrummel
Lii Getöggel

P: Ant Gequassel
Lisa knackende Türen

7. Gibt es wiederkehrende (alternierende) Geräusche?
A: Strassenrauschen
P: Strasse

03) Walenstadt

1. Was würdest du hören, wenn du einen ganzen Tag in deinem WG-Zimmer wärst?
Jeden Morgen werde ich durch die Geräusche geweckt, die mein Mitbewohner verursacht, wenn er aufsteht, ins Bad geht und duscht. Der Ablauf der Geräusche ist stets gleich: Der Boden giert. Die Türklinge klappert. Das Zischen, wenn der Duschvorhang gezogen wird und das Plätschern des Wassers. Diese Geräusche sagen mir, das ich aufstehen muss. Wenn ich das Fenster öffne, höre ich Kuhglocken, das feine Rauschen der etwas entfernten Autobahn und einige Autos, die direkt vor dem Haus vorbei fahren. Nach dem mein Mitbewohner die Wohnung verlässt, wird es ziemlich ruhig. Man hört ab und zu Schritte im Treppenhaus, welche gedämpft in die Wohnung dringen. Am Mittag hört man einige Bewohner, die für die Mittagspause nach Hause kommen. Türen werden geöffnet und geschlossen. Am Nachmittag wird es wieder ruhiger bis dann am Abend wieder mein Mitbewohner nach Hause kommt. Dann wird gekocht in der Küche. Dabei entstehen viele Geräusche: klirrendes Besteck, kochendes Essen, öffnen und schliessen des Kühlschranks/Schubladen, Gläser, Stühle, die verschoben werden, unseres Gerede, Radio im Hintergrund… Später wenn ich dann im Bett liege, höre ich noch ab und zu Schritte aus der Wohnung über uns und nehme das Geräusch der Bettdecke und Kissen wahr.

2. Welche dieser Geräusche magst du, welche nicht?
Ich liebe das spezielle Geräusch der Bettdecke und des Kissens.
Das Klappern der Türklinge empfinde ich als äussert laut und unangenehm.

3. Welche erinnern dich an deine WG?
Das morgendliche Ritual meines Mitbewohners und die Geräusche, die dabei entstehen, erinnern mich stets daran, das ich in einer WG wohne.

4. Nenne pro Raum ein spezifisches Geräusch.
Im Schlafzimmer bei offenen Fenster und im Monat Oktober sind es die Kuhglocken.
In der Küche ist es das Geräusch, welches der Kühlschrank beim öffnen und schliessen von sich gibt. (Die Scharniere könnten wieder mal ein bisschen Öl vertragen!)

5. Lieblingsgeräusch? (ganze WG)
Wie schon gesagt, mein Lieblingsgeräusch ist das der Bettdecke.

6. Nenne ein Geräusch, welches du mit deinen Mitbewohnern verbindest.
Er hat einen ganz speziellen Gang, welchen ein eigenen Rhythmus und Klang hat.

7. Gibt es wiederkehrende (alternierende) Geräusche?
-Schritte im Treppenhaus
-Türen, die geöffnet und geschlossen werden
-Autos, die direkt vor dem Haus vorbei fahren




Narrative Analysis